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DRK-Schmerzklinik Mainz
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clusterfips



Konsul
1083 Beiträge

DRK-Schmerzklinik Mainz, 26 Dec. 2008 09:57


Hallo Clusties
Ich war vor Weihnachten in der DRK-Schmerzklinik Mainz wegen starker Schmerzen im Rücken und Beinbereich.Während dieses Aufenthalts habe ich mich auch erkundigt in welcher Weise die Klinik Clusterpatienten behandelt,da sie dieses Krankheitsbild auch zur Behandlung anbieten.
Einen Clusterpatienten habe ich in dieser Zeit nicht angetroffen,aber einige Patienten mit Gesichtsschmerzen (Trigeminus)und Kopfschmerzpatienten.

Die Behandlungsmethoden sind etwas seltsam dort.Das ist die Philosophie,(Jeder Schmerz rührt von Verspannungen her und die kann der Patient nur selbst bekämpfen,Credo liegt auf Behandlung ohnen Chemie), der Klinik,auf deren Schmerzbehandlung alles aufbaut.

Allen Patienten durch die Reihe,wird eine Eisabreibungstherapie täglich 2x,sowie Fußwechselbäder und Eiserbsentherapie morgends und abends verordnet um die Durchblutung anzuregen und um das vegetative Nervensystem wieder in Schwung zu bringen.
Daneben bekommen alle Patienten einen MP3-Player ausgehändigt,auf dem Jacobsen-Entspannungsübungen drauf sind.Die soll man sich täglich ein bis zweimal,während der Terminlücken zwischen den Anwendungen, reinziehen.
Krankengymnastik,in Form von Dehnübungen der verkürzten Muskeln, wird standartmäßig für alle Patienten verordnet, die alle Übungen beinhalten. Der Patient soll sich während dieser Zeit,sich selbst die Übungen heraussuchen die ihm persönlich am besten zur Linderung bekommen.
Auch Fango,Kneipp-Güsse und Wassergymnastik werden eingeteilt.

Jeder muss zum Psychologen oder zur psychologischen Gruppengesprächstherapie.

Private Medikamente sind grundsätzlich ALLE!!!!!! dem Pflegepersonal auszuhändigen und werden eingezogen.Man erhält dann die Medikamente,welche der Klinikarzt verordnet.Verträglichkeit oder Besonderheiten der Verträglichkeit werden vorerst nicht geprüft,sondern man bekommt das jeweils günstigste am Markt verfügbare Medikament.
Sauerstoffanschlüsse suchte man in den Zimmern vergebens,zumindest auf der Station auf der ich lag.
Trigeminuspatienten wurde das Gesicht mit Lidocainpflaster zugekleistert,und Patienten mit Kopfschmerzen erhielten eine "Dornenkroneninfiltration",das sind Spritzen mit Lokalanestethikum , die an acht bis zehn Stellen,kreisformig in die Kopfhaut,injeziert werden.

Patienten mit Lyrica oder Morphinen werden grundsätzlich erst einmal auf Entzug gesetzt, um den Körper zu entgiften.Als Ersatzdroge gab es Methadon.Wusste gar nicht dass Lyrica so abhängig macht.

Ich hatte auch nachgefragt wie die direkte Therapie bei Clusterpatienten verlaufe.Mir wurde immer sehr ausweichend darauf geantwortet.Lediglich der Psychologe gab zu,bei Cluster vorerst nicht helfen zu können.Ein anderer Arzt erzählte mir man würde, mit angeblicher Absprache mit dem Betroffenen,die Patienten auf die Standartmedikamente welche die DMKG vorgibt einstellen.Ich frage mich nur,wie man innerhalb von drei bis vier Wochen Maximaltherapiezeit, hier eine vernunftige Medikamenteneinstellung hinbekommen will? Verapamil oder Lithium braucht alleine schon diese Zeit um seine Wirkung zu entfalten. Also kann man nur ein Medikament testen.Und wen dies das Falsche war auf das der Patient nicht anspricht?

Das Drumherum um die Klinik lässt zu wünschen übrig.
Wer schnell friert sollte sich für die Nacht vorsorglich eine Wolldecke mitnehmen.Danach fragt man hier vergeblich."Man ist in einer Klinik und in keinem Hotel" bekam ich als Antwort.
Die Cafeteria ist nur zu den Essensausgabezeiten personell besetzt.Also Besuch empfangen und mal in Ruhe einen Kaffee drinken und ein Stück Kuchen zu essen ist nicht.Es gibt zwar einen Kaffeautomaten und Automaten an dem man sich Süßigkeiten ziehen kann,aber das wars schon.
Internetanschluss sucht man vergeblich.Einen winzigen Park gibt es dort,aber da fühlt man sich wie beim Hofgang im Knast.

Resümee meiner Meinung nach.
Die Ärzte, Therapeuten und das Pflegepersonal sind zwar freundlich und bemüht,sind aber sehr an die Philosophie des Hauses gebunden.
Ich denke ein Schmerzpatient mit Bandscheibenproblemen und Schmerzen orthopädischen Ursprungs,wie Haltungsschäden,ist dort recht gut aufgehoben.Mir hat es auch ein wenig Linderung gebracht,aber die Linderung die ich mir vorstellte kam nicht dabei heraus,obwohl ich der Klinik als Erwartungsziel noch nicht einmal völlige Schmerzfreiheit vorgegeben hatte.

Banscheiben-OPs werden dort auch durchgeführt und die mit recht gutem Erfolg,wie ich von Patienten erfuhr.

Aber für Cluster,CPH,oder überhaupt Kopfschmerzpatienten,deren Kopfschmerzen erwiesenermaßen nicht von Fehlhaltungen und Verspannungen der WS herrühren, sollten sich die Frage stellen ob sie dort hingehen wollen.

Ich lasse jedem die Entscheidung offen.

Man meinte am Entlasstag zu mir:"Sie haben nun eine Richtung an der sie selbst therapeutisch mit Übungen arbeiten können.Der Erfolg liegt nun in Ihrem persönlichen Fleiß. "
Toll -Also wenns nicht klappt bin ich selbst schuld?


Gruß Clusterfips






Geändert von clusterfips am 26.Dec.2008 15:55
 
 
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Claudia CSG Mannheim


Siedler

RE: DRK-Schmerzklinik Mainz, 26 Dec. 2008 18:58


Hallo Andreas,

danke schön für diese Info.
Dann weiß man wenigstens, wo man sich nicht hingebiebt
Dir wünsche ich, dass du bald den richtigen Arzt oder Klinik für schnelle Hife findest.
Liebe Grüße schickt dir Claudia
 
 
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